Tips und Anregungen aus unserer Anwendungstechnik
Hier möchten wir regelmäßig Anregungen zur Verarbeitung unserer Produkte bzw. zur Restauration geben. Gerne würden wir dabei auch auf Ihre Erfahrungen zurückgreifen. Bitte schicken Sie uns eine E-Mail oder rufen Sie uns an. Danke.
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Kundeninfo Nr. 3
Thema: VerleimungenBei der Verarbeitung von Holz geht es im Wesentlichen um die Verbindungen von zwei Holzteilen. Um die beste Haltbarkeit und einfachste Herstellung dieser Verbindung.Natürlich gibt es sehr gute formschlüssige Verbindungen, die es aus Tradition und Schönheit auch immer geben wird, aber eine geleimte Verbindung ist oft haltbarer als ein Zapfen, Schwalbenschwanz, oder Zinkenverbindung. Vorausgesetzt, die Verleimung wurde richtig ausgeführt.
Wenn eine Verleimung aufgeht, kann man davon ausgehen, dass die Verleimung nicht richtig ausgeführt wurde. Ein gutes Beispiel ist der Stuhl. Der Schreiner hat saubere Zapfenverbindungen hergestellt und den Stuhl mit Leim und vielen Schraubzwingen zusammengeleimt. Aber die eigentliche Leimverbindung, also die Zapfenfläche und die Zapfennute können nicht gepresst werden. Also ist diese Verleimung nicht viel Wert. Das gleiche gilt auch für die schöne Schwalbenschwanzverbindung. Aber nicht nur die Traditionalisten haben bei den Verbindungen Ihre Probleme. Viele „moderne“ Holzverbindungen werden mit Formdübeln (Lamello) ausgeführt. In Versuchen hat sich aber gezeigt das eine stumpfe Gähnungsverbindung oft besser hält.
Aber trotz all dieser Erkenntnisse würde ich in keinen alten Schrank eine neue Schublade mit Gähnungsverbindungen setzen.
In den Restaurationswerkstätten werden vorrangig Glutinleime verwendet, was sicherlich verschiedene Gründe hat und weniger traditionalistische. Zum einen ist der Glutinleim reversibel und authentisch, was für die Restauration wichtig ist. Aber auch in der Verarbeitung bietet der Glutinleim Vorzüge. Besonders bei Furnierarbeiten kann der Knochenleim oder Hautleim wie Kontaktkleber benutzt werden. Dieses Verfahren gelingt auch auf nicht ganz ebenen Flächen, wie zum Beispiel eine furnierte Kommode mit massivem Blindholz. Diese Flächen sind oft alles andere als eben und würden in einer Furnierpresse gar nicht richtig gepresst werden können. Auch wenn das Möbelstück gar nicht auseinandergenommen werden soll oder kann, ist diese Methode die sinnvollste. Die im Handel erhältlichen mit Schmelzkleber beschichteten Furniere sind natürlich keine richtige Alternative.
Verschiedene Glutinleime
Bei den Glutinleimen gibt es neben den eben erwähnten Haut und Knochenleimen auch noch den Fischleim, der in flüssiger Konsistenz angeboten wird, und so wie ein Kaltleim zu verarbeiten ist. Oder die Hausenblase, die weniger elastisch ist, aber bessere Klebeeigenschaften hat.
Hasenleime sind auch noch sehr häufig zu erhalten. Dieser ist elastischer als der Knochenleim und der Hautleim. Hautleim wiederum ist aber etwas elastischer als der Knochenleim. Knochenleim kann Säure enthalten, was unter Umständen dazu führen kann, dass sich die Leimfuge löst, weil sich der Leim selbst zerstört. Dazu kann dem Leim Schlemmkreide zugefügt werden, was auch das Durchschlagen durch das Furnier verhindert.
Handelsformen
Übliche Handelsformen sind Graupen (Hautleim), Perlen (Knochenleim), Tafeln (Hasenleim) Gries (Hasenleim) Blättern (Hausenblase) und flüssig (Fischleim).
Eine besondere Spezialität ist der Restauratorenleim-Helix.
Dieser Leim besteht aus einem Hautleim, der wie der Fischleim in flüssiger Form angeboten wird, und in Zimmertemperatur (22° C) verarbeitungsfertig ist. Bei kalten Werkstätten reicht es, den Leim auf der Heizung anzuwärmen. Somit bringt er die guten Eigenschaften von Weißleim und Glutinleim zusammen. Er ist reversibel, authentisch, und leicht zu verarbeiten. Der Helix Leim braucht genau wie jeder andere Leim Pressdruck, die sich je nach Leimfuge und Werkstücken verlängern können. Z.B. bei Formteilen aus mehreren Furnierschichten. Bei einem solchen Werkstück wird so viel Wasser aufgebracht, dass es je nach Witterung in der Werkstatt mehr als 24 Std. dauern kann, bis die Verleimung abgebunden ist. Deswegen ist der Helix beim Furnierarbeiten mit dem Furnierhammer nicht so gut geeignet. Zum Pressen ist er aber sehr gut geeignet.
Auch bei Furnierfehlstellen (Kürschner), bei denen Leim unter das Furnier gespritzt werden soll, ist der Helix wiederum besser geeignet, da er nicht in der Kanüle geliert.
Das wesentliche zum Schluss
Auch wenn der Glutinleim in manchen Fällen schwieriger zu verarbeiten ist, er ist genau so fest wie z.B. Weißleim.
Beachten Sie auch die Übersicht "Leime und Leimanwendung" (als PDF-Dokument, 32 KB) sowie die Anleitung zum "Furnieren" (218 KB).
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