Die zweite Ausgabe -Thema Schellack
Der Schellack / Blätterschellack, die
Königsklasse unter den Holzoberflächen. Neben
dem besonders brillanten Erscheinungsbild und der kunstvollen
Poliertechnik, die bei der Schellackpolitur angewendet wird,
gibt es viele weitere Eigenschaften und Anwendungsbereiche
z.B. in der Pharmazie und Kosmetik.
Der Schellack / Blätterschellack
ist ein Sekret, das von der Kerria lacca einem parasitären
Insekt, zum Schutz seiner Brut erzeugt wird. Dieser Parasit
lebt an Bäumen in Südostasien, wobei die Vorkommen
nur in China, Indien und Thailand für eine Nutzung
ausreichen. Geerntet wird der Rohstoff zusammen mit den
Ästen, was als Stocklack bezeichnet wird. Dieser wird
gereinigt, getrocknet und gemahlen. Der dabei entstehende
Körnerlack ist das Ausgangsprodukt für den eigentlichen
Schellack wie man ihn hier kennt. Dieser Körnerlack
wird geschmolzen und durch Stoffe gepresst. Anschließend
wird der noch warme Rohstoff zu großen „Fellen“
auseinander gezogen beim Erkalten erstarren. Diese Felle
werden zu kleinen Stückchen gebrochen, die als Blätterschellack
bei uns bekannte Form.
Den Schellack / Blätterschellack
gibt es in verschiedensten Qualitäten. Dabei bewertet
man den noch enthaltenen Farbstoff und den Wachsanteil.
Der Wert steigt mit abnehmendem Wachs- und Farbstoffgehalt.
Neben den handverarbeiteten Qualitäten gibt es auch maschinell weiterverarbeitete Schellacke. Diese sind hochwertiger und von gleichbleibender Qualität.
Bei den Bleichverfahren gibt es die physikalische und die chemische Entfärbung. Dabei ist das physikalische Verfahren das für den Schellack schonendere.
Eigenschaften des Schellackes sind z.B. hohe
Härte und hohe innere Elastizität. Er ist beständig
gegen Kohlenwasserstoffe und hat eine besondere diffusionssperrende
Eigenschaft. Damit lassen sich unangenehme Gerüche,
aber auch Schadstoffe maskieren. Er ist physiologisch unbedenklich
und biologisch abbaubar. Wegen dieser Eigenschaften wird
er als Zusatzstoff in der Lebensmittelindustrie verwandt.
Bei der Verarbeitung von Blätterschellack
/ Schellack auf Holz sind die beide Komponenten, Wachs und
Farbstoff sehr wichtig. Wachshaltiger Blätterschellack
ist nicht so glänzend und hart, dafür lässt
er sich leichter aufpolieren. Die Eigenfarbe des Lackes
kann sehr schön sein, ist aber besonders bei hellen
Hölzern manchmal unerwünscht.
Bei unterschiedlichen Lackstärken hervorgerufen durch ungleichmäßigen Lackauftrag, wirkt sich die Eigenfarbe unangenehm aus.
Qualitätsunterschiede lassen sich bei Schellack in der Lösung feststellen. Der Farbunterschied und auch der Wachsanteil werden so am besten sichtbar. Kleine Wachsanteile trüben die Lösung fallen aber nach einiger Zeit aus.
|
Die häufigsten Handelsqualitäten sind:
|
|
Bezeichnung
|
Wachsanteil
|
Farbe
|
Unsere Best.-Nr.
|
|
Blätterschellack
blond
|
>1%
|
hell honig
|
BSB0001
|
|
Blätterschellack
rubin
|
>1%
|
dunkel rotbraun
|
BSR0004
|
|
Blätterschellack
Lemmon
|
4-5%
|
mittelrotbraun
|
BSL0001
|
|
Blätterschellack
orange
|
4-5%
|
bernsteinfarben
|
BSO0001
|
Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Qualitäten, die wir in unserem Sortiment führen.
Erstmals mit diesem Infobrief bieten wir preisgünstigere
Qualitäten an. Diese Qualität wird auch als wachsfrei
angeboten weil der Wachsanteil unter 1% ist. Schellack wird
in Indien produziert und wir bieten ihn in den Farben blond,
superior und rubin an. Auch dieser Schellack ist physikalisch
entfärbt.
|
Bilder von gelösten Schellacken
Hier zeigen sich die feinsten Qualitätsunterschiede
|
 |
|
 |
|
BSB0002 neue Qualität
|
|
BSB0001 alte Qualität
|
Beim wachshaltigen Schellack (links) ist die hinterlegte Schrift nicht zu erkennen.
Noch ein Wort zu der Haltbarkeit. Blätterschellack
ist ungelöst manchmal nicht mehr als 2 Jahre haltbar.
Also „alte Bestände“ vorm Kaufen erst prüfen.
Chemisch gebleichte Qualitäten haben noch geringere
Haltbarkeit.
Weitere Informationen zu Schellackpolitur
finden Sie hier.
> Übersicht Aktuelles
Jetzt im Angebot: siehe Angebotsseite
|